Natur war Lebenselixier

Natur war Lebenselixier

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Walter Sattler im Burggarten © rolf diba

BETTWAR – Ihm in der Stadt, im Burggarten oder im Taubertal zu begegnen war immer eine Freude: Walter Sattler fiel durch seine sympathische Art, sein in sich ruhendes Wesen mit dem einnehmenden Lächeln und durch seine freundliche Art auf.

Für viele gehörte er fast schon zum Stadtbild, als ein munterer Wanderer mit Rucksack und Mütze. Jahrelang legte er oft mehrmals wöchentlich die Strecke von Bettwar über den Weinbergsweg nach Rothenburg zu Fuß zurück. Bis vor wenigen Wochen war er noch in der Natur unterwegs – nun ist Walter Sattler 87jährig völlig unerwartet gestorben. Schon 2001 war seine Frau Gerda Sattler, die landesweit bekannte Pferdemalerin, verstorben.

Der Schorndorfer Postbeamte zog bereits 1976 mit seiner Frau nach Bettwar, wo sie ihre Malkunst weiter entfaltete, während er die Fossiliensammlung („Mein Lebenselixier“), so ausbaute, dass am Talhang ein kleines, zeitweise sogar geöffnetes, Urzeit-Museum entstand. Von der Eifel über den Odenwald bis zur Schwäbischen Alb war das Ehepaar auf „Forschungstour” und kehrte manchmal mit bis zu 500 Millionen Jahre alten Versteinerungen zurück. Es machte Freude Walter Sattler zuzuhören, wenn er voller Enthusiasmus von seinen Reisen auf griechische Inseln oder einfach von seinen Naturerlebnissen in der Heimat erzählte.

Den Kunstliebhaber traf man auf vielen Kulturveranstaltungen, und er verstand es wie nur wenige, die immateriellen Dinge zu genießen, jeden neuen Tag als ein Geschenk anzusehen. Nicht nur Angehörige, sondern auch viele Bekannte und Freunde werden ihn vermissen.

rolf diba

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